Kompetenz − Rheuma / Rheu­ma­tis­mus

Rheumatismus (kurz Rheuma) ist eine Sam­mel­be­zeich­nung für Krank­heits­bil­der an Ge­len­ken und Kno­chen so­wie den da­zu­ge­hö­ren­den Weich­tei­len wie Binde­ge­webe, Mus­keln, Seh­nen und Bän­der. Es ent­ste­hen Be­schwer­den mit flies­sen­den, reis­sen­den und zie­hen­den Schmer­zen (z. B. chro­ni­sche Rü­cken­schmer­zen), die zu Funk­tions­ein­schrän­kun­gen füh­ren.

Ein positiver Rheumafak­tor er­höht die Wahr­schein­lich­keit, dass eine rheu­ma­ti­sche Er­kran­kung vor­liegt, be­weist sie aber nicht. Dar­über hin­aus exis­tie­ren so­ge­nan­nte sero­ne­ga­ti­ve rheu­ma­ti­sche Er­kran­kun­gen, bei de­nen kein Rheu­ma­fak­tor nach­weis­bar ist.

Die in etwa 400 rheumati­schen Er­kran­kun­gen las­sen sich grob den fol­gen­den vier Grup­pen zu­ord­nen, wo­bei Mehr­fach­zu­ord­nun­gen mög­lich sind:

  • Entzündliche Erkrankun­gen, über­wie­gend auto­immun­be­dingt
  • Weichteilrheuma
  • Knochenerkrankun­gen
  • Degenerative Erkran­kun­gen
Die rheumatoide Arthritis ge­hört bei­spiels­weise so­wohl zu den Kno­chen­er­kran­kun­gen als auch zu den ent­zünd­li­chen Rheu­ma-Er­kran­kun­gen.

Statistisch gesehen ist fast je­der Mensch ir­gend­wann in sei­nem Le­ben von Rheu­ma be­trof­fen. Rheu­ma ist nicht nur eine Al­ters­krank­heit. Auch jün­ge­re Men­schen und Kin­der er­kran­ken dar­an, z. B. ver­ur­sa­cht durch kör­per­li­che Fehl­be­las­tun­gen oder Ent­zün­dun­gen. In der Schweiz ist Rheu­ma eine der häu­figs­ten Volks­krank­hei­ten: Je­der fünf­te Ein­woh­ner bzw. rund 1.5 Mil­lio­nen Men­schen lei­den hier­zu­lande un­ter rheu­ma­ti­schen Be­schwer­den. Un­ge­fähr 300'000 der Be­trof­fe­nen le­ben mit schwe­ren, chro­ni­schen Rheu­ma-For­men, die mit Be­hin­de­rung oder Pfle­ge­be­dürf­tig­keit ein­her­ge­hen kön­nen.

Vorzugsweise werden bei uns auto­immun­be­ding­te ent­zünd­li­che rheu­ma­ti­sche Er­kran­kun­gen und Weich­teil­rheu­ma thera­piert. Bei­spie­le der von uns be­han­del­ten auto­immun­be­ding­ten ent­zünd­li­chen rheu­ma­ti­schen Er­kran­kun­gen sind Po­ly­my­al­gia rheu­ma­tica, Kol­la­ge­no­sen, Mor­bus We­ge­ner, Sar­ko­ido­se / Mor­bus Boeck, Mor­bus Bech­te­rew und rheu­ma­to­ide Ar­thri­tis. Ein Bei­spiel für eine nicht-ent­zünd­li­che rheu­ma­ti­sche Er­kran­kung ist die Fi­bro­my­al­gie, die aus­schliess­lich zu der Grup­pe Weich­teil­rheu­ma ge­hört.

Polymyalgia rheu­ma­ti­ca

Polymyalgia rheumatica Die Polymyalgia rheumatica (rheumati­scher Viel­mus­kel­schmerz) ist eine Auto­immun­er­kran­kung, die mit ei­ner Blut­ge­fäss­ent­zün­dung (Vas­ku­li­tis) ein­her­geht. Die Ent­zün­dung fin­det in den pro­xi­ma­len Ex­tre­mi­tä­ten­ar­te­rien (kör­per­stamm­nahe Ab­schnit­te der Arm- und Bein­schlag­adern) statt. In 40 - 50 Pro­zent der Fäl­le tritt die Er­kran­kung zu­sam­men mit ei­ner Ar­te­rien­ent­zün­dung (Ar­te­rii­tis) im Aor­ten­bo­gen auf. Der Rheu­ma­fak­tor ist sero­ne­ga­tiv, der CRP-Wert ist er­höht.

Bei den Betroffenen entste­hen starke Schmer­zen in der Na­cken-, Schul­ter-, Ober­arm-, Len­den­wir­bel­säu­len-, Be­cken­gür­tel- oder Ober­schen­kel­mus­ku­la­tur. Im Krank­heis­ver­lauf kön­nen die Schmer­zen wel­len­för­mi­gen Cha­rak­ter an­neh­men und sich ver­la­gern. Wei­ter­hin klagt der Pa­ti­ent über Er­schöp­fung, Mü­dig­keit, An­triebs­lo­sig­keit, Ap­pe­tit­man­gel mit Ge­wichts­ver­lust, Mus­kel­ver­span­nun­gen, Stei­fig­keit, Fie­ber und ver­mehr­te Schweiss­bil­dung. Zu­dem ent­ste­hen in den be­trof­fe­nen Re­gio­nen häu­fig Amei­sen­lau­fen und ein Taub­heits­ge­fühl.

Die Krankheit verläuft in der Re­gel über meh­re­re Jah­re, 10 Jah­re oder län­ger sind keine Sel­ten­heit. Durch die Ein­nahme von Me­di­ka­men­ten wird die Po­ly­my­al­gia rheu­ma­ti­ca nicht ge­heilt, son­dern nur un­ter­drückt. Des­halb kommt es meis­tens nach Pha­sen der Be­schwer­de­lin­de­rung zu Krank­heits­rück­fäl­len (Re­zi­di­ve).

Die Polymyalgia rheumatica tritt meis­tens nach dem 50. Le­bens­jahr auf. Am häu­figs­ten sind Frau­en be­trof­fen. Die Häu­fig­keit der Er­kran­kung hat in den letz­ten Jahr­zehn­ten zu­ge­nom­men. Je­des Jahr kom­men etwa 40 - 50 Neu­er­kran­kun­gen pro 100'000 Ein­woh­ner hin­zu.

Kollage­nose

Die Kollagenose gehört so­wohl zum Weich­teil­rheu­ma als auch zu den auto­immun­be­ding­ten ent­zünd­li­chen rheu­ma­ti­schen Er­kran­kun­gen, bei de­nen das Im­mun­sys­tem Auto­anti­kör­per ge­gen kör­per­eige­ne Be­stand­tei­le bil­det. In die­sem Fall ist das Bin­de­ge­webe Ziel des An­griffs, der dort chro­nisch-ent­zünd­li­che Auto­immun­reak­tio­nen aus­löst.

Dabei nimmt das Immunsys­tem Tei­le des kör­per­eige­nen Bin­de­ge­webes (Kol­la­gen) als fremd wahr, schä­digt und zer­stört es. Da Bin­de­ge­webe in den meis­ten Or­ga­nen vor­kommt, sind bei den Kol­la­ge­no­sen oft vie­le Or­ga­ne wie Schleim­häute, Haut, Lun­ge, Herz und Ge­fäs­se gleich­zei­tig be­fal­len.

Die Erkrankungen verlau­fen ty­pi­scher­wei­se chro­ni­sch und kön­nen den Be­trof­fe­nen sehr be­ein­träch­ti­gen. Frau­en er­kran­ken we­sent­lich häu­fi­ger als Män­ner an ei­ner Kol­la­ge­no­se. Die Er­kran­kun­gen tre­ten in der Re­gel im mitt­le­ren Le­bens­al­ter auf.

Welche Kollagenosen gibt es? Lupus erythematodes, Wolfsröte

Die häufigste Kollagenose ist das Sjög­ren-Syn­drom, von der in der Schweiz et­wa 140'000 Men­schen be­trof­fen sind. Sel­te­ner ist Skle­ro­der­mie, sys­te­mi­scher Lu­pus ery­the­ma­to­des (siehe Ab­bil­dung), Po­ly­myo­si­tis, Der­ma­to­myo­si­tis und die Misch­kol­la­ge­no­se, die auch als Sharp-Syn­drom be­zeich­net wird. Be­stimm­te Kol­la­ge­no­sen kön­nen in Ver­bin­dung mit­ein­an­der auf­tre­ten.

Morbus Wegener / Wege­ner-Gra­nu­lo­ma­to­se

Der Morbus Wegener (auch Wegener-Gra­nu­lo­ma­to­se) ist eine Auto­immun­er­kran­kung, bei der sich die kleins­ten Blut­ge­fäs­se (Ka­pil­la­ren) in ver­schie­de­nen Kör­per­re­gio­nen ent­zün­den (sys­temi­sche Vas­ku­li­tis). Durch die Ent­zün­dung bil­den sich kleine Knöt­chen (Gra­nu­lo­me), die zur Zer­stö­rung der be­trof­fe­nen Blut­ge­fäs­se und des um­lie­gen­den Ge­we­bes füh­ren. Ty­pi­scher­weise sind die Oh­ren, Atem­wege und Nie­ren be­fal­len.

Der Morbus Wegener zeigt sich schlei­chend mit Ge­lenk-, Mus­kel- und Kopf­schmer­zen oder im Ex­trem­fall auch als akute le­bens­be­droh­li­che Krank­heit mit Nie­ren­ver­sa­gen und blu­ti­gen Hus­ten. Die meis­ten Pa­ti­en­ten füh­len sich sehr krank, ab­ge­schla­gen und ha­ben Fie­ber. Zu­dem neh­men sie un­ge­wollt an Ge­wicht ab. Die Sym­pto­me er­in­nern an eine In­fek­tions­krank­heit oder an ei­nen Tu­mor. In der Re­gel be­ginnt die Krank­heit schon lange be­vor sie vom Arzt dia­gnos­ti­ziert wird.

Morbus Wegener Nasenentzündung Meist bestehen über meh­re­re Jah­re "Pro­ble­me mit der Nase" (ver­stopf­te Nase, blu­ti­ger Schnup­fen mit Krus­ten, sie­he Ab­bil­dung), Ent­zün­dun­gen der Kie­fer­höh­len (Si­nu­si­tis) und Mit­tel­ohr­ent­zün­dun­gen. Nach ei­ner Be­hand­lung mit Anti­bio­ti­ka kön­nen die Be­schwer­den vor­über­geh­end ver­schwin­den. In die­sem Früh­sta­di­um füh­len sich die Pa­ti­en­ten durch­aus ge­sund und leis­tungs­fä­hig. Lei­der ge­lingt es dem Arzt nur sehr sel­ten, diese mil­den Früh­sta­dien (In­iti­al­sta­di­um) als Mor­bus Wege­ner bzw. Wege­ner-Gra­nu­lo­ma­to­se zu er­ken­nen.

Morbus Wegener Augenentzündung In der Regel kommt es erst nach vie­len Jah­ren zur Aus­brei­tung der sys­temi­schen Blut­ge­fäss­ent­zün­dung (Vas­ku­li­tis) auf ver­schie­dene Or­ga­ne (Ge­ne­ra­li­sa­ti­ons­sta­di­um). Zu die­sem Zeit­punkt kla­gen die Be­trof­fe­nen fast im­mer über Ge­lenk- und Mus­kel­schmer­zen. Dar­über hin­aus kön­nen beim Mor­bus Wege­ner schmerz­hafte Au­gen­ent­zün­dun­gen (ro­tes Au­ge, sie­he Ab­bil­dung), Lun­gen­ent­zün­dun­gen (Pneu­mo­nie), Haut­aus­schlä­ge, Nie­ren­ent­zün­dun­gen (Glome­ru­lo­ne­phri­tis) und eine Nie­ren­in­suf­fi­zi­enz bis hin zum Nie­ren­ver­sa­gen ent­ste­hen.

Beim Morbus Wegener handelt es sich um eine sel­ten auf­tre­ten­de rheu­ma­:ti­sche Er­kran­kung, die etwa 6 - 7 Men­schen pro 100'000 Ein­woh­ner be­trifft. Män­ner er­kran­ken häu­fi­ger als Frau­en, der Al­ters­gip­fel ist um das 50. Le­bens­jahr, aber auch jün­gere Men­schen und Kin­der kön­nen von die­ser Krank­heit be­trof­fen sein.

Sarkoidose / Mor­bus Boeck

Die Sarkoidose, auch als Mor­bus Boeck be­zeich­net, ist eine sys­te­misch-rheu­ma­ti­sche Er­kran­kung des Bin­de­ge­we­bes mit Gra­nu­lom­bil­dung. Hier­bei bil­den sich mi­kro­sko­pisch klei­ne Knöt­chen (Gra­nu­lo­me) in dem be­trof­fe­nen Or­gan­ge­webe, ver­bun­den mit ei­ner star­ken ent­zünd­li­chen Im­mun­reak­tion.

Eine Mutation im Gen BTNL2 des sechs­ten Chro­mo­soms er­höht das Ri­si­ko er­heb­lich an Sar­ko­ido­se zu er­kran­ken. Das ver­än­der­te Gen täuscht eine Ent­zün­dung vor, die be­stim­mte Ab­wehr­zel­len (weisse Blut­kör­per­chen) ak­ti­viert. Dies führt zu ei­ner An­samm­lung von Ab­wehr­zel­len in be­stimm­ten Or­ga­nen und Ge­we­ben. Die Ab­wehr­zel­len des Im­mun­sys­tems ver­hal­ten sich, als ob sie eine Ent­zün­dung be­kämp­fen müss­ten, die je­doch nicht exis­tiert. Auf­grund der un­nö­tig ak­ti­vier­ten Ab­wehr­zel­len bil­den sich klei­ne Knöt­chen, wel­che die Funk­tion der je­wei­li­gen Or­ga­ne stö­ren.

Sarkoidose Lunge Besonders häufig betroffen sind die Lymph­kno­ten (Lymph­kno­ten­sar­ko­ido­se) und die Lun­ge (Lun­gen­sar­ko­ido­se, sie­he Ab­bil­dung). Aber auch an­de­re Or­ga­ne wie Le­ber (Le­ber­sar­ko­ido­se), Au­gen (Au­gen­sar­ko­ido­se), Herz (Herz­sar­ko­ido­se), Skelett (Ske­lett­sar­koi­dose), Milz (Milz­sar­ko­ido­se) oder Haut (Haut­sar­ko­ido­se) und das Kno­chen­mark kön­nen von ei­ner Sar­ko­ido­se be­trof­fen sein. Ist das Ner­ven­ge­webe be­fal­len, wird von ei­ner Neu­ro­sar­ko­ido­se ge­spro­chen.

Da alle Organe betroffen sein kön­nen, sind die Be­schwer­den un­spe­zi­fisch. Die Haupt­be­schwer­den sind Fie­ber, Schmer­zen in den Ge­len­ken, tro­cke­ne Haut, Atem­not (Dys­pnoe) und schmerz­haf­te Haut­ent­zün­dun­gen. Die Sar­ko­ido­se ver­läuft in der Re­gel chro­nisch und schub­för­mig über meh­re­re Jah­re. Die Krank­heit hat eine me­di­zi­ni­sche Sta­tis­tik von 30 - 40 Neu­er­kran­kun­gen pro 100'000 Ein­woh­ner und tritt meis­tens zwi­schen dem 20. und 40. Le­bens­jahr auf.

Morbus Bechterew

Morbus Bechterew Der Morbus Bechterew ist eine auto­immunshy;be­ding­te ent­zünd­li­che rheum­at­ische Er­kran­kung, die haupt­säch­lich das Ach­sen­ske­lett (Wir­bel­säule und Ilio­sa­kral­ge­lenk) und die nahe­lie­gen­den Ge­len­ke be­fällt. Aus­ser­dem kann es zu Ent­zün­dun­gen der Re­gen­bo­gen­haut des Au­ges (Iris) und sel­ten auch an­de­rer Or­ga­ne kom­men.

Besonders auffallend ist beim Mor­bus Bech­te­rew die nahe­zu voll­stän­dige Ver­knüp­fung mit dem HLA-B27 Gen-De­fekt auf dem kur­zen Arm des sechs­ten Chro­mo­soms. Bei Men­schen ohne die­sen Gen-De­fekt tritt die Krank­heit nur äus­serst sel­ten auf.

Im Frühstadium von Morbus Bech­te­rew sind die Sym­pto­me wenig kenn­zeich­nend. Das wich­tigs­te Sym­ptom ist ein chro­nisch-ent­zünd­li­cher Rü­cken­schmerz im Be­reich der Len­den­wir­bel­säule. Die Krank­heit be­ginnt in der Re­gel mit ei­ner Ent­zün­dung der Ilio­sa­kral­ge­lenke (Sa­kroi­lii­tis). Das Ilio­sa­kral­ge­lenk ver­bin­det das Kreuz­bein mit dem Be­cken. Spä­ter tre­ten die Sym­pto­me auch an der rest­li­chen Wir­bel­säule und an nahe­lie­gen­den Ge­len­ken auf, die sich zu ver­stei­fen be­gin­nen. Im Krank­heits­ver­lauf kommt es zu Schä­di­gun­gen an mit­be­trof­fe­nen Ge­len­ken und Or­ga­nen und zu star­ken Be­we­gungs­ein­schrän­kun­gen der Wir­bel­säule. Eine voll­stän­dige Ein­stei­fung der Wir­bel­säule und mög­li­che In­va­li­di­tät ist je­doch sel­ten. In Ein­zel­fäl­len ent­steht eine Lun­gen­fi­bro­se, vor al­lem in den Lun­gen­ober­fel­dern. Durch­fälle sind mög­li­che An­zei­chen ei­ner Dick­darm­be­tei­li­gung (z. B. in Form ei­ner Co­li­tis).

In der Schweiz sind etwa 1 Pro­zent der Be­völ­ke­rung von die­ser Krank­heit be­trof­fen. Die Be­trof­fe­nen sind über­wie­gend junge Män­ner zwi­schen dem 15. und 35. Le­bens­jahr. Ge­le­gent­lich tritt die Krank­heit erst nach dem 40. Le­bens­jahr in Er­schei­nung. Auch Frau­en kön­nen er­kran­ken, doch ist hier der Ver­lauf zu­meist so mild, dass kei­ne Dia­gno­se ge­stellt wer­den kann. Ins­ge­samt lei­den in der Schweiz rund 60'000 Pa­ti­en­ten an ei­nem dia­gnos­ti­zier­ten Mor­bus Bech­te­rew.

Rheumatoide Arthritis / chro­ni­sche Po­ly­ar­thri­tis

Rheumatoide Arthritis Hand Die rheumatoide Arthritis (oder chro­ni­sche Po­ly­ar­thri­tis) be­zeich­net die ent­zünd­li­che Er­kran­kung, die üb­li­cher­weise mit dem Be­griff Rheu­ma in Ver­bin­dung ge­bracht wird. Die­se Auto­immun­krank­heit ist eine sys­temi­sche Er­kran­kung und be­trifft den ge­sam­ten Be­we­gungs­ap­pa­rat. Das Kenn­zei­chen ist der Be­fall pe­ri­phe­rer Ge­len­ke mit Ge­lenks­de­for­mie­run­gen und Be­we­gungs­ein­schrän­kun­gen, ver­bun­den mit Schmer­zen.

Besonders häufig betrof­fen sind die Ge­len­ke der Hän­de (sie­he Ab­bil­dun­gen), Füsse, El­len­bo­gen, Knie, Sprung­ge­len­ke und Schul­ter. Zu­dem kön­nen die Seh­nen­schei­den und die Schleim­beu­tel in das Krank­heits­ge­sche­hen ein­be­zo­gen sein.

Rheumatoide Arthritis Röntgenbild Die Hauptbeschwerden sind Fie­ber, Schwä­che, chro­ni­sche Mü­dig­keit, Ge­lenk- und Mus­kel­schmer­zen, Mor­gen­stei­fig­keit der be­fal­le­nen Ge­len­ke so­wie de­pres­si­ve Ver­stim­mun­gen. Ty­pi­scher­weise löst sich die Stei­fig­keit mit dem Be­we­gen der be­tei­lig­ten Struk­tu­ren im Ver­lauf der fol­gen­den Stun­den.

Wie nahezu jede Autoimmun­krank­heit ver­läuft auch die rheu­ma­to­ide Ar­thri­tis schub­weise über meh­re­re Jahre. Ein Krank­heits­schub kann von eini­gen Wo­chen bis hin zu eini­gen Mo­na­ten an­dau­ern. Zwi­schen den ein­zel­nen Schü­ben las­sen die Be­schwer­den nach. Im End­sta­dium geht die Krank­heit flies­send in eine Ar­thro­se (Ge­lenk­ver­schleiss) über. Bei etwa 10 Pro­zent der Be­trof­fe­nen re­sul­tiert aus die­ser Er­kran­kung frü­her oder spä­ter eine voll­stän­dige In­va­li­di­tät.

Etwa 1 Prozent der Bevölke­rung sind von die­ser Krank­heit be­trof­fen. Der Al­ters­gip­fel liegt zwi­schen dem 35. und 50. Le­bens­jahr, wo­bei Frau­en 3 - 4 mal an­fäl­li­ger sind als Män­ner. Aber auch bei jün­gere Men­schen kann die­se Krank­heit auf­tre­ten.

Fibromyalgie

Fibromyalgie Druckpunkte Die Fibromyalgie (Faser-Muskel-Schmerz) ist eine ge­ne­ra­li­sier­te Ten­do­myo­pa­thie, sie be­trifft so­wohl die Seh­nen (Ten­do) als auch die Mus­ku­la­tur (Myo). Die­se Art von nicht-ent­zünd­li­chem Weich­teil­rheu­ma be­fällt in der Re­gel den Schul­ter­gür­tel und den Len­den­wir­bel­säu­len­be­reich, wo sie chro­ni­schen Schmer­zen aus­löst. Die Be­schwer­den strah­len in Ge­säss, Bei­ne und Ar­me, aber auch an­de­re Re­gio­nen kön­nen be­trof­fen sein.

Der Erkrankungsbeginn ist in der Re­gel schlei­chend und un­auf­fäl­lig. Am An­fang ste­hen meis­tens un­spe­zi­fi­sche Sym­pto­me wie Ab­ge­schla­gen­heit, Schlaf­stö­run­gen oder Ma­gen-Darm-Be­schwer­den. Spä­ter kom­men häu­fig Schmer­zen im Be­reich der Len­den- oder Hals­wir­bel­säule so­wie im Schul­ter­gür­tel hin­zu. Erst da­nach ent­wi­ckeln sich die Schmer­zen in Ar­men und Bei­nen so­wie wei­te­re be­glei­ten­de Sym­pto­me und Be­schwer­den wie bei­spiels­weise de­pres­si­ve Ver­stim­mun­gen, Ängst­lich­keit, Atem­pro­ble­me, Reiz­darm-Syn­drom und Krämp­fe. Hef­ti­ge Schmerz­at­ta­cken wech­seln sich mit schmerz­frei­en Pha­sen ab.

Die Beschwerden erscheinen so­wohl un­ter Be­las­tung (teil­weise ver­stärkt), als auch in Ru­he. Stress, Kälte, Son­nen­ein­strah­lung oder Wet­ter­ver­än­de­run­gen kön­nen zu Ver­schlim­me­run­gen füh­ren. Eine Lin­de­rung der dif­fu­sen Schmer­zen tritt durch Wär­me und Be­we­gung mit ge­rin­ger Be­las­tung ein.

Die Hauptbeschwerden der Fibromy­al­gie sind Schmer­zen in Mus­keln, Seh­nen und Seh­nen­an­sät­zen und ge­hen mit Amei­sen­lau­fen, Pel­zig­keit, Taub­heits­ge­fühl, Juck­reiz der be­trof­fe­nen Be­rei­che, Kopf­schmer­zen, Er­schöp­fung, Mus­kel­ver­span­nun­gen und Mor­gen­stei­fig­keit ein­her. Der Krank­heits­ver­lauf zieht sich meis­tens über Jahr­zehn­te hin. Am häu­figs­ten sind Frau­en in oder nach den Wech­sel­jah­ren be­trof­fen. Die Zahl der Er­kran­kun­gen hat in den letz­ten 20 Jah­ren stark zu­ge­nom­men. Mitt­ler­wei­le sind rund 3 Pro­zent der Welt­be­völ­ke­rung an ei­ner Fi­bro­my­al­gie er­krankt. In der Schweiz lei­den rund 170'000 Men­schen an die­ser Krank­heit.

Die Krankheitsentstehung (Pa­tho­ge­ne­se) von Rheu­ma

Wie bei den meisten Auto­immun­krank­hei­ten sind auch bei den auto­immun­be­ding­ten ent­zünd­li­chen rheu­ma­ti­schen Er­kran­kun­gen die Ur­sa­chen kom­plex, viel­schich­tig und der­zeit wis­sen­schaft­lich nicht voll­stän­dig ge­klärt. Als ge­si­cher­te Krank­heits­ur­sa­che gilt auch hier die Ent­glei­sung des Im­mun­sys­tems, wel­che durch Um­welt­fak­to­ren, erb­li­che Kom­po­nen­ten, Stö­run­gen im Stoff­wech­sel, psy­chi­sche Be­las­tun­gen und Mi­kro­ben ent­ste­hen kann. Als Haupt­aus­löser für die Ent­glei­sung des Im­mun­sys­tems gel­ten vor al­lem Funk­tions­stö­run­gen der Mi­to­chon­drien (Mi­to­chon­dro­pa­thie), wo­durch im be­trof­fe­nen Ge­webe Auto­anti­gene und Ent­zün­dungs­pro­zes­se ent­ste­hen, die zu im­mu­no­lo­gi­schen Fehl­steue­run­gen und zu Auto­immun­reak­tio­nen füh­ren.

Bei der Fibromyalgie sind die krank­heits­aus­lö­sen­den Ur­sa­chen eben­falls kom­plex, viel­schich­tig und der­zeit wis­sen­schaft­lich nicht voll­stän­dig ge­klärt. Die Fi­bro­my­al­gie be­grün­det sich in der Ver­än­de­rung der pe­ri­phe­ren neuro­mus­ku­lä­ren Fa­sern so­wie der Schmerz­lei­tung und Schmerz­ver­ar­bei­tung (ver­mehr­te Pro­duk­tion von Un­de­ka­pep­ti­den (Sub­stanz P) im Mus­kel­ge­webe), wel­che star­ke Schmer­zen in der be­trof­fe­nen Mus­ku­la­tur her­vor­ru­fen. Diese kön­nen durch Um­welt­fak­to­ren, erb­li­che Kom­po­nen­ten, Stö­run­gen im Stoff­wech­sel, psy­chi­sche Be­las­tun­gen und Mi­kro­ben aus­ge­löst wer­den.

Meine Behandlung von Rheu­ma

Aufgrund der Komplexi­tät der Krank­heits­ur­sa­chen und Be­las­tun­gen nimmt die Thera­pie­dauer ei­nige Wo­chen in An­spruch, wo­bei sich die an­schlies­sen­de Be­hand­lung zur Re­ge­ne­ra­tion in der Re­gel über meh­re­re Mo­na­te er­streckt.

Die Vorteile und Ziele mei­ner Rheu­ma-Be­hand­lung

Für all meine Behandlun­gen gilt, dass keine syn­the­ti­schen Me­di­ka­men­te ein­ge­setzt wer­den. Jene Prä­pa­ra­te kön­nen zu Funk­tions­stö­run­gen im Kör­per füh­ren und spä­te­re re­zi­dive Er­kran­kun­gen oder Neu­er­kran­kun­gen mit sich brin­gen.

Mein Ziel ist es, die krank­heits­aus­lösen­den Ur­sa­chen kon­se­quent zu eli­mi­nie­ren so­wie:

  • Die krankhaften Vor­gän­ge zu be­sei­ti­gen und die Wie­der­her­stel­lung der phy­sio­lo­gi­schen Kör­per­funk­tio­nen, da­mit sich die be­trof­fe­nen Ge­we­be­struk­tu­ren re­ge­ne­rie­ren kön­nen
  • Körperschonende und gut ver­träg­li­che Be­hand­lun­gen ohne un­an­ge­neh­me Ne­ben­wir­kun­gen durch­zu­füh­ren
Fallbeispiele Po­ly­my­al­gia rheu­ma­ti­ca und Lu­pus ery­the­ma­to­des

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