Kompetenz − Myasthenia gra­vis (MG)

Myasthenia gravis heisst über­setzt "schwe­re Mus­kel­schwä­che". Die Er­kran­kung ist durch eine ra­sche Er­müd­bar­keit der Mus­ku­la­tur ge­kenn­zeich­net. Myas­the­nia gra­vis ist ei­ne Auto­immun­er­kran­kung. Zu ei­ner Auto­immun­er­kran­kung kommt es, wenn das kör­per­ei­ge­ne Im­mun­sys­tem fälsch­li­cher­wei­se ge­sun­des Ge­webe an­greift und zer­stört − im die­sem Fall rich­tet sich die Autoimmunreaktion ge­gen die neu­ro­mus­ku­lä­ren End­plat­ten der quer­ge­streif­ten Mus­ku­la­tur (Ske­lett­mus­ku­la­tur) und be­kämpft die­se. Häu­fig be­fällt die Krank­heit ein­zel­ne oder meh­re­re Mus­keln in ver­schie­de­nen Kör­per­re­gio­nen.

Ty­pi­scher­wei­se ver­schlech­tert sich die Mus­kel­schwä­che bei Ak­ti­vi­tä­ten und ver­bes­sert sich wie­der in Ru­he. Da­her sind die Be­schwer­den oft am Abend stär­ker aus­ge­prägt und bes­sern sich wäh­rend der Nacht­ru­he.

Weitere Symptome die häu­fig mit Myas­the­nia gra­vis auf­tre­ten sind:

  • Augenbeschwerden: Dop­pel­bil­der z. B. nach län­ge­rem Le­sen, ein- oder beid­sei­ti­ges her­ab­hän­gen der Ober­li­der (Schlaf­zim­mer­blick)
  • Sprech- und Kaube­schwer­den durch Schwä­che der Ge­sichts- und Hals­mus­keln
  • Schluckstörung: Das Ver­schlu­cken kann eine schwe­re Lun­gen­ent­zün­dung (Aspi­ra­ti­ons­pneu­mo­nie) aus­lö­sen
  • Schwäche der Arme und Beine: Län­ge­res Hoch­he­ben der Arme nicht mög­lich; Schwie­rig­kei­ten beim Trep­pen­stei­gen, beim Auf­rich­ten aus dem Lie­gen oder beim Auf­ste­hen
  • Schwäche der Atemmus­keln: Atem­not (Dys­pnoe) bis hin zur Er­sti­ckungs­ge­fahr
Die Erkrankung und Beschwer­den ver­schlech­tern sich bei:
  • Infektionen, Ent­zün­dun­gen, Fie­ber, Hit­ze und Vi­bra­tio­nen
  • Schilddrüsen­er­kran­kun­gen
  • Starken Belas­tun­gen (see­lisch und kör­per­lich)
  • Hormonellen Schwan­kun­gen
  • Fehlbehandlun­gen und Fehl­do­sie­run­gen bei der me­di­ka­men­tö­sen The­ra­pie
  • Einnahme von syn­the­ti­schen Me­di­ka­men­ten (myas­the­nia-kon­tra­in­di­zier­te Schmerz­mit­tel, An­ti­bio­ti­ka, Psy­cho­phar­ma­ka, An­ti­de­pres­si­va, Hor­mon­prä­pa­ra­te, Rönt­gen­kon­trast­mit­tel, Nar­ko­se­mit­tel)

Im Durchschnitt erkranken etwa 100 bis 200 von ei­ner Mil­lion Men­schen an Myas­the­nia gra­vis. Ge­ne­rell kann es in je­dem Le­bens­al­ter zu Myas­the­nia gra­vis kom­men. Be­son­ders häu­fig sind je­doch die 20- bis 30-Jäh­ri­gen so­wie die 60- bis 80-Jäh­ri­gen be­trof­fen. Frau­en er­kran­ken häu­fi­ger als Män­ner.

Die Krankheitsentste­hung (Patho­ge­nese) der Myas­the­nia gra­vis

Wie bei den meis­ten Auto­immun­krank­hei­ten sind die Ur­sa­chen kom­plex, viel­schich­tig und der­zeit wis­sen­schaft­lich nicht voll­stän­dig ge­klärt. Als ge­si­cher­te Krank­heits­ur­sache gilt auch hier die Ent­glei­sung des Im­mun­sys­tems, wel­che durch Um­welt­fak­to­ren, erb­li­che Kom­po­nen­ten, Stö­run­gen im Stoff­wech­sel, psy­chi­sche Be­las­tun­gen und Mi­kro­ben ent­ste­hen kann. Als Haupt­aus­löser für die Ent­glei­sung des Im­mun­sys­tems gel­ten vor al­lem Funk­tions­stö­run­gen der Mito­chon­drien (Mito­chon­dro­pa­thie), wo­durch im be­trof­fe­nen Ge­webe Auto­anti­gene und Ent­zün­dungs­pro­zes­se ent­ste­hen, die zu im­mu­no­lo­gi­schen Fehl­steue­run­gen und zu Auto­immun­reak­tio­nen füh­ren. Da­durch wird die Über­tra­gung der Ner­ven­im­pul­se auf den Mus­kel blo­ckiert, die nor­ma­ler­wei­se be­wir­ken, dass sich der Mus­kel zu­sam­men­zieht. Die Fol­ge ist eine Mus­kel­schwä­che.

Als Bildungsstätte der Auto­an­ti­kör­per ist in der Re­gel die Thy­mus­drü­se an­zu­se­hen. Der Thy­mus liegt im Brust­korb di­rekt hin­ter dem Brust­bein und ist im Kin­des­al­ter ein wich­ti­ges Or­gan bei der Bil­dung des Im­mun­sys­tems. Mit dem Er­wach­sen­wer­den bil­det sich der Thy­mus zu­rück, so­dass nur noch ein Thy­mus­rest­kör­per vor­han­den ist. Bei etwa 80% der Myas­the­nia-Be­trof­fe­nen ist der Thy­mus un­ge­wöhn­lich gross (Thy­mus­hy­per­pla­sie) oder krebs­ar­tig ent­ar­tet (Thy­mom). Hier wer­den die Auto­anti­kör­per ge­bil­det, welche Myas­the­nia gra­vis aus­lö­sen und die neu­ro­mus­ku­lä­ren End­plat­ten der quer­ge­streif­ten Mus­ku­la­tur schä­di­gen und zer­stö­ren.

Myasthenia Müdigkeit
Myas­the­nia gra­vis Mü­dig­keit
Myasthenia Nervenimpuls
Myas­the­nia gra­vis Ner­ven­im­puls (rechts)
Myasthenia Schlafzimmerblick
Myas­the­nia gra­vis Schlaf­zim­mer­blick (rechts)

Meine Behandlung der Myasthe­nia gra­vis

Aufgrund der Komplexi­tät der Krank­heits­ur­sa­chen und Be­las­tun­gen nim­mt die Thera­pie­dauer eini­ge Wo­chen in An­spruch, wo­bei sich die an­schlies­sen­de Be­hand­lung zur Re­gene­ra­tion in der Re­gel über meh­re­re Mo­nate er­streckt.

Die Vorteile und Ziele mei­ner Be­hand­lung

Für all meine Behand­lun­gen gilt, dass keine syn­the­ti­schen Me­di­ka­men­te ein­ge­setzt wer­den. Jene Prä­pa­rate kön­nen zu Funk­tions­stö­run­gen im Kör­per füh­ren und spä­tere re­zi­dive Er­kran­kun­gen oder Neu­erkran­kun­gen mit sich brin­gen.

Mein Ziel ist es, die krank­heits­aus­lö­sen­den Ur­sa­chen kon­se­quent zu eli­mi­nie­ren so­wie:

  • Die immunologischen Fehl­steue­run­gen zu be­sei­ti­gen und die Wie­der­her­stel­lung des phy­sio­lo­gi­schen Im­mun­sys­tems, da­mit die be­trof­fe­nen kör­per­eige­nen Ge­webe­struk­tu­ren nicht mehr be­kämpft wer­den
  • Die Regeneration des Thy­mus und des neu­ro­mus­ku­lä­ren Ge­we­bes an­zu­re­gen und zu för­dern
  • Körperschonende und gut ver­träg­li­che Be­hand­lun­gen ohne un­an­ge­nehme Ne­ben­wir­kun­gen durch­zu­füh­ren
Die Erfolge meiner Behandlun­gen sind deut­lich bes­ser, als Sie sich vor­stel­len kön­nen (auch bei Myas­the­nia gra­vis).

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