Kompetenz − Morbus Wegener / Wege­ner-Gra­nu­lo­ma­to­se (Rheu­ma)

Der Morbus Wegener (auch Wegener-Gra­nu­lo­ma­to­se) ist eine Auto­immun­er­kran­kung, bei der sich die kleins­ten Blut­ge­fäs­se (Ka­pil­la­ren) in ver­schie­de­nen Kör­per­re­gio­nen ent­zün­den (sys­temi­sche Vas­ku­li­tis). Durch die Ent­zün­dung bil­den sich kleine Knöt­chen (Gra­nu­lo­me), die zur Zer­stö­rung der be­trof­fe­nen Blut­ge­fäs­se und des um­lie­gen­den Ge­we­bes füh­ren. Ty­pi­scher­weise sind die Oh­ren, Atem­wege und Nie­ren be­fal­len.

Der Morbus Wegener zeigt sich schlei­chend mit Ge­lenk-, Mus­kel- und Kopf­schmer­zen oder im Ex­trem­fall auch als akute le­bens­be­droh­li­che Krank­heit mit Nie­ren­ver­sa­gen und blu­ti­gen Hus­ten. Die meis­ten Pa­ti­en­ten füh­len sich sehr krank, ab­ge­schla­gen und ha­ben Fie­ber. Zu­dem neh­men sie un­ge­wollt an Ge­wicht ab. Die Sym­pto­me er­in­nern an eine In­fek­tions­krank­heit oder an ei­nen Tu­mor. In der Re­gel be­ginnt die Krank­heit schon lange be­vor sie vom Arzt dia­gnos­ti­ziert wird.

Morbus Wegener Nasenentzündung Meist bestehen über meh­re­re Jah­re "Pro­ble­me mit der Nase" (ver­stopf­te Nase, blu­ti­ger Schnup­fen mit Krus­ten, sie­he Ab­bil­dung), Ent­zün­dun­gen der Kie­fer­höh­len (Si­nu­si­tis) und Mit­tel­ohr­ent­zün­dun­gen. Nach ei­ner Be­hand­lung mit Anti­bio­ti­ka kön­nen die Be­schwer­den vor­über­geh­end ver­schwin­den. In die­sem Früh­sta­di­um füh­len sich die Pa­ti­en­ten durch­aus ge­sund und leis­tungs­fä­hig. Lei­der ge­lingt es dem Arzt nur sehr sel­ten, diese mil­den Früh­sta­dien (In­iti­al­sta­di­um) als Mor­bus Wege­ner bzw. Wege­ner-Gra­nu­lo­ma­to­se zu er­ken­nen.

Morbus Wegener Augenentzündung In der Regel kommt es erst nach vie­len Jah­ren zur Aus­brei­tung der sys­temi­schen Blut­ge­fäss­ent­zün­dung (Vas­ku­li­tis) auf ver­schie­dene Or­ga­ne (Ge­ne­ra­li­sa­ti­ons­sta­di­um). Zu die­sem Zeit­punkt kla­gen die Be­trof­fe­nen fast im­mer über Ge­lenk- und Mus­kel­schmer­zen. Dar­über hin­aus kön­nen beim Mor­bus Wege­ner schmerz­hafte Au­gen­ent­zün­dun­gen (ro­tes Au­ge, sie­he Ab­bil­dung), Lun­gen­ent­zün­dun­gen (Pneu­mo­nie), Haut­aus­schlä­ge, Nie­ren­ent­zün­dun­gen (Glome­ru­lo­ne­phri­tis) und eine Nie­ren­in­suf­fi­zi­enz bis hin zum Nie­ren­ver­sa­gen ent­ste­hen.

Beim Morbus Wegener handelt es sich um eine sel­ten auf­tre­ten­de rheu­ma­:ti­sche Er­kran­kung, die etwa 6 - 7 Men­schen pro 100'000 Ein­woh­ner be­trifft. Män­ner er­kran­ken häu­fi­ger als Frau­en, der Al­ters­gip­fel ist um das 50. Le­bens­jahr, aber auch jün­gere Men­schen und Kin­der kön­nen von die­ser Krank­heit be­trof­fen sein.

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