Kompetenz − Kollage­no­sen (Rheu­ma)

Die Kollagenosen gehören so­wohl zum Weich­teil­rheu­ma als auch zu den auto­immun­be­ding­ten ent­zünd­li­chen rheu­ma­ti­schen Er­kran­kun­gen, bei de­nen das Im­mun­sys­tem Auto­anti­kör­per ge­gen kör­per­eige­ne Be­stand­tei­le bil­det. In die­sem Fall ist das Bin­de­ge­webe Ziel des An­griffs, der dort chro­nisch-ent­zünd­li­che Auto­immun­reak­tio­nen aus­löst.

Dabei nimmt das Immunsys­tem Tei­le des kör­per­eige­nen Bin­de­ge­webes (Kol­la­gen) als fremd wahr, schä­digt und zer­stört es. Da Bin­de­ge­webe in den meis­ten Or­ga­nen vor­kommt, sind bei den Kol­la­ge­no­sen oft vie­le Or­ga­ne wie Schleim­häute, Haut, Lun­ge, Herz und Ge­fäs­se gleich­zei­tig be­fal­len.

Die Erkrankungen verlau­fen ty­pi­scher­wei­se chro­ni­sch und kön­nen den Be­trof­fe­nen sehr be­ein­träch­ti­gen. Frau­en er­kran­ken we­sent­lich häu­fi­ger als Män­ner an ei­ner Kol­la­ge­no­se. Die Er­kran­kun­gen tre­ten in der Re­gel im mitt­le­ren Le­bens­al­ter auf.

Welche Kollagenosen gibt es?

Die häufigste Kollagenose ist das Sjög­ren-Syn­drom, von der in der Schweiz et­wa 140'000 Men­schen be­trof­fen sind. Sel­te­ner ist Skle­ro­der­mie, sys­te­mi­scher Lu­pus ery­the­ma­to­des, Po­ly­myo­si­tis, Der­ma­to­myo­si­tis und die Misch­kol­la­ge­no­se, die auch als Sharp-Syn­drom be­zeich­net wird. Be­stimm­te Kol­la­ge­no­sen kön­nen in Ver­bin­dung mit­ein­an­der auf­tre­ten.

Sjögren-Syndrom / Sicca-Syn­drom

Sjögren-Syndrom, Sicca-Syndrom Das Sjögren-Syndrom (auch als Sicca-Syn­drom be­zeich­net) rich­tet die kör­per­eige­ne Ab&syh;wehr haupt­säch­lich ge­gen die Spei­chel- und Trä­nen­drü­sen und ver­ur­sa­cht dort Ent­zün­dun­gen, wel­che die Funk­tion der Drü­sen mas­siv ein­schrän­ken. Dies führt da­zu, dass die Au­gen und der Mund (sie­he Ab­bil­dung) stark aus­trock­nen. Zu­dem ent­ste­hen häu­fig Schwel­lun­gen der Ohr­spei­chel­drü­sen.

Typische Leitsymptome der Er­kran­kung sind Hei­ser­keit, Hus­ten­reiz, Schmer­zen beim Ge­schlechts­ver­kehr, Mü­dig­keit, Ge­lenk­ent­zün­dun­gen und das Ray­naud-Syn­drom (Durch­blu­tungs­stö­run­gen in Fin­gern und Ze­hen). Sel­ten ruft das Sjög­ren-Syn­drom Kom­pli­ka­tio­nen wie eine Lun­gen­ent­zün­dung (Pneu­mo­nie), Bla­sen­ent­zün­dung (Zys­ti­tis), Blut­ge­fäss­ent­zün­dung (Vas­ku­li­tis) und eine Ent­zün­dung der Lymph­kno­ten (Lymph­ade­ni­tis) her­vor. Die häu­figs­ten Bin­de­ge­webs­er­kran­kun­gen, die in Ver­bin­dung mit ei­nem Sjög­ren-Syn­drom auf­tre­ten, sind rheu­ma­to­ide Ar­thri­tis, sys­te­mi­scher Lu­pus ery­the­ma­to­des, Skle­ro­der­mie, Po­ly­myo­si­tis und Der­ma­to­myo­si­tis.

Sklerodermie

Sklerodermie Die Sklerodermie führt zu einer Ent­zün­dung und Ver­här­tung (Skle­ro­se) des Bin­de­ge­we­bes an ver­schie­de­nen Or­ga­nen. An der Ge­sichts­haut ver­ursa­cht die Ver­här­tung eine mi­mi­sche Star­re und Ver­klei­ne­rung der Mund­öff­nung. An Fin­ger (sie­he Ab­bil­dung) und Ze­hen kommt es zu Pig­ment­ver­än­de­run­gen und Ne­kro­sen, bei Kälte ist die peri­phe­re Durch­blu­tung stark ein­ge­schränkt, so dass starke Schmer­zen ent­ste­hen (Ray­naud-Syn­drom).

Die Sklerose führt an Lun­ge, Herz und Nie­ren zu ei­ner zu­neh­men­den Funk­tions­ein­schrän­kung, die sich ne­ga­tiv auf die Le­bens­er­war­tung aus­wirkt. Die be­trof­fe­nen Ge­len­ke wer­den durch die Skle­ro­der­mie in ih­rer Be­weg­lich­keit ein­ge­schränkt.

Lupus erythematodes

Lupus erythematodes Beim Lupus erythematodes (auch Wolfs­rö­te oder Schmet­ter­lings­flech­te ge­nan­nt) rei­chen die Sym­pto­me von Ge­lenk­be­schwer­den, Nie­ren­ent­zün­dun­gen, Haut­rö­tun­gen − die die­ser Kol­la­ge­no­se ih­ren Na­men ga­ben − bis hin zu ver­stärk­ter Licht­emp­find­lich­keit, ei­nem Ray­naud-Syn­drom (Durch­blu­tungs­stö­run­gen in Fin­gern und Ze­hen) und neu­ro­psych­ia­tri­schen Auf­fäl­lig­kei­ten wie Krampf­an­fäl­le oder eine Psy­cho­se (psy­chi­sche Stö­rung mit zeit­wei­li­gem Ver­lust des Rea­li­täts­be­zugs).

Polymyositis und Derma­to­myo­si­tis

Dermatomyositis Die Polymyositis betrifft haupt­säch­lich die Mus­ku­la­tur und das sie um­ge­ben­de Bin­de­ge­webe und führt zu star­ken mus­kel­ka­ter­ar­ti­gen Be­schwer­den.

So­bald es zu­sätz­lich zu Haut­er­schei­nun­gen kommt, wird von ei­ner Der­ma­to­myo­si­tis (sie­he Ab­bil­dung) ge­spro­chen. Die Dia­gno­se wird mit ei­ner Mus­kel­bi­op­sie und der Be­stim­mung der Mus­kel­er­reg­bar­keit ge­si­chert.

Mischkollagenose / Sharp-Syn­drom

Die Mischkollagenose zeigt eine Samm­lung der ver­schie­dens­ten Sym­pto­me al­ler Kol­la­ge­no­sen.

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